Melanie Kraus - Musik in Coronazeiten

Vor genau vier Jahren waren wir mit der Produktion unserer vierten CD "Blue sky“ beschäftigt. Nun bringen wir etwas schneller als dem für uns üblichen fünf Jahres Rhythmus eine neue EP heraus. Viel hat sich seitdem verändert, nicht zuletzt wegen Corona.
Schon vor dem Lockdown schrieb Micha den Song "Prisoner“, der durch Corona an Aktualität gewann: "I’m a prisoner behind these walls“.
Sporadische Proben mit reduzierter Besetzung waren eineinhalb Jahre an der Tagesordnung. Nur im Sommer kamen wir zu dritt zusammen und streamten gleich ein Wohnzimmerkonzert bei Micha in Rabenden.
Die Proben wurden zu kostbaren Oasen der Normalität und Kreativität. Beim Spielen konnten wir uns wieder selber spüren, die Seele frei lassen, genau präsent im Augenblick sein. "Music is a healer, let music in your heart…“ Wie wahr dieser Refrain unseres Songs "Turn your music on“ ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn Selbstverständlichkeiten kostbar werden, das gemeinsame Musizieren zum Höhepunkt einer Woche wird, wenn man sich ausgehungert vom Dauerlockdown auffüllt mit Tönen und Klängen, dann weiß man, was Leben wirklich ausmacht.


Zur EP Produktion

Die größte Herausforderung ist für mich das Solo in dem Song "Crazy Hatmaker", da das Stück in einer schwierigen Tonart und auch sonst nicht sehr günstig auf dem Cello liegt. Umso glücklicher bin ich, dass ich es meistern konnte. Ich hatte nach der Aufnahme drei Tage einen Ohrwurm davon.

 

Auf der neuen EP kommt das Cello wieder gut zur Geltung. Nicht nur hört man die ersten vier Takte einer Bachsuite in "Into fog“, auch in "Prisoner“ kann das Cello zeigen, was in ihm steckt. Von den höchsten Höhen rauscht es in die Tiefe, die ganze Bandbreite wird ausgelotet.

...und über das Cellospiel